01 In diesem Kapitel schauen wir uns die Grundlagen der persönlichen Geldanlage an. 02 Die Basis der persönlichen Geldanlage bildet das Girokonto. Ein Girokonto wird von einer Bank für einen Kunden geführt und dient der Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Unter Zahlungsverkehr versteht man die Gutschrift, Abhebung oder Bereitstellung von Geldbeträgen wie Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen. Auf ein Girokonto wird auch Ihr Gehalt überwiesen. Guthabenzinsen gibt es hier aber meist nicht. Zu viel Geld sollte hier deshalb nicht verbleiben. Halten Sie das Girokonto bei einer Bank mit eigener Infrastruktur an Filialen und Geldautomaten, damit Sie von überall schnell Bargeld ziehen können. 03 Zu einem Girokonto gehört meistens auch ein Dispokredit. Der Dispositionskredit ist ein Überziehungskredit für das Girokonto. Die Bank räumt dem Verbraucher damit die Möglichkeit ein, bei Bedarf mehr Geld auszugeben, als tatsächlich auf dem Konto ist; daher auch die Bezeichnung „eingeräumte Kontoüberziehung“. Wenn Sie nicht darauf achten, wird der Dispokredit automatisch in Anspruch genommen, falls Sie zum Beispiel am Monatsende nicht mehr genügend Geld auf dem Girokonto haben! Die Bank legt fest, bis zu welcher Höchstgrenze Sie Ihr Konto überziehen dürfen. Die Höhe dieses Betrages hängt vor allen Dingen von Ihrer Kreditwürdigkeit und der Höhe der regelmäßigen Einkünfte ab, die auf dem Girokonto eingehen. 04 Die zu zahlenden Zinsen sind bei einem Dispokredit im Vergleich zu anderen Kreditformen sehr hoch. Sie liegen zumeist weit über 10 Prozent pro Jahr. Aus diesem Grund sollte sofort eine Umschuldung in einen zinsgünstigeren Raten- oder Rahmenkredit vorgenommen werden, sofern eine dauerhafte Inanspruchnahme des Dispokredits absehbar ist. 05 Bei manchen Online-Girokonten von Sparkassen kann man sich den Kontoverlauf über mehrere Monate grafisch ansehen. In diesem Beispiel haben wir den Geldverlauf eines alleinstehenden Rentners zwischen Mai und Oktober 2023. Es gibt keine großen Kontobewegungen. Man sieht einen steilen Aufstieg immer zum Monatsanfang, wenn die Rente überwiesen wird. Über den laufenden Monat wird das Geld dann ausgegeben. Der Gesamttrend über mehrere Monate ist nicht nach unten gerichtet. Das Geld reicht also zum Leben aus. Vielleicht ist sogar ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen, was langfristig für eine größere Anschaffung oder für eine Reparatur helfen kann. 06 Auffallend ist jedoch, dass circa Fünftausendfünfhundert Euro monatlicher Puffer bis zum Dispokredit existiert. Dies ist eine feste Reserve für Notfälle. Darauf gibt es aber fast keine Zinsen bzw. Rendite. Insbesondere bei der geringen Kontoaktivität könnte man also beispielsweise viertausendfünfhundert oder fünftausend Euro in andere Anlageformen stecken, die zwar immer noch sicher sind, aber mehr Rendite bringen. 07 Nun sieht man den Kontoverlauf eines Berufstätigen in einer vierköpfigen Familie in demselben Zeitraum wie vorher. Sofort ist die wesentlich höhere Kontoaktivität erkennbar. Zu Beginn eines Monats wird hier der Lohn oder das Gehalt überwiesen, was über den Monat hinweg verbraucht wird. Größere regelmäßige Abzüge zur Monatsmitte resultieren aus Sparplänen. Ein Teil des Geldes wird monatlich also automatisch in andere Anlageformen mit höherer Rendite verschoben. Dies ist so verwaltet, dass sich auch nicht immer mehr Geld auf dem Girokonto ansammelt. Zum Monatsende gibt es jeweils noch immer einen größeren Abzug, der die Kreditrate für ein Haus mit circa eintausend Euro darstellt. 08 Man sieht hier, dass der Kontostand nie negativ wird und dass eine ständige Reserve von circa eintausend Euro besteht, bevor der Dispokredit automatisch aktiviert wird. 09 Als andere Anlageform, die zwar immer noch sicher ist, aber mehr Rendite bringt, könnte für den Rentner ein Tagesgeldkonto interessant sein. Auf ein Tagesgeldkonto kann in der Regel nur von einem einzigen Girokonto ein- und ausgezahlt werden. Dieses Girokonto nennt man Referenzkonto. Die Verzinsung eines Tagesgeldkontos ist in der Regel deutlich höher als etwa die eines klassischen Sparbuchs. Dies liegt zum einen daran, dass viele Tagesgeldkonten ausschließlich als Online-Konto angeboten werden und dadurch die Verwaltungskosten sinken, die dann in Form von höheren Zinsen an den Kunden weitergegeben werden. 10 Als Anlagestrategie kann man ein Tagesgeldkonto für seinen Sicherheitspuffer nutzen. Aufs Tagesgeldkonto wandert dann Ihre eiserne Reserve, die Sie ständig flüssig haben müssen. Sie greift zum Beispiel für den Fall, dass kostspielige Reparaturen an Haus oder Auto, ein Neukauf einer Waschmaschine oder eines Kühlschranks, eines Fernsehers oder Handys anstehen. Als Faustregel gilt: Drei Netto-Monatsgehälter sind eine sehr gute Anlagesumme für diesen Sicherheitspuffer! 11 Bei der Anlage von Festgeldern wird zwischen Kunde und Bank eine feste Laufzeit vereinbart, bei der von vorneherein ein bestimmter Zeitpunkt für die Fälligkeit der Geldanlage verabredet wird. Die meisten Kreditinstitute setzen Mindestbeträge für die Geldanlage an. Am Ende der Laufzeit können sie entweder als Sichteinlage weitergeführt werden oder aber prolongiert, also verlängert, werden. Bei Prolongation gilt meist der dann aktuelle Marktzins. Sollte das Festgeld vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit gekündigt werden müssen, so ist dieses in der Regel mit dem Verlust der Zinsen verbunden. Die Laufzeit beginnt hierbei genau an dem Tag der Wertstellung, an dem das jeweilige Guthaben am Konto eingeht. Die Zinsgutschrift erfolgt am Fälligkeitstag der Geldanlage. 12 Trotzdem sollten Sie Ihr Erspartes in der aktuellen Lage nicht länger als zwei Jahre fest anlegen. Wenn die Zinsen weiter steigen, wäre es schade, wenn Sie davon nicht profitieren, weil ein Großteil Ihrer Ersparnisse in langfristigen Anlagen feststeckt. Gut aufgestellt sind Sie mit zwei abwechselnd auslaufenden Festgeldanlagen mit einem oder mit zwei Jahren Laufzeit. So wird jedes Jahr eine davon fällig, so dass Sie bei der Wiederanlage von zwischenzeitlich gestiegenen Zinsen profitieren. Über Festgeld kann man dann nachdenken, wenn das Girokonto nie negativ wird und wenn sich die eiserne Reserve bereits auf dem Tagesgeldkonto befindet. Tagesgeld und Festgeld befinden sich in der Pyramide der Risikoklassen auf der ersten Stufe der sicherheitsorientierten Anlagen. 13 Als Fazit zu den Grundlagen der persönlichen Geldanlage können Sie sich den folgenden Ablauf merken. Als ersten Schritt bedienen Sie alle anfallenden Kredite gemäß Ihrer Ratenpläne! Das ist die allerhöchste Priorität! Zweitens lassen Sie Ihr Girokonto niemals in den Dispokredit laufen, nicht einen Tag! Halten Sie einen sicheren, aber nicht zu großen Puffer am Monatsende dazu bereit. Füllen Sie dann drittens ein Tagesgeldkonto mit drei oder vier Netto-Monatsgehältern als Puffer für unerwartete Anschaffungen und Reparaturen. Erst wenn die Punkte eins bis drei erfüllt sind, beginnen Sie damit, Ihr restliches Vermögen anhand der Pyramide der Risikoklassen von unten nach oben nach Ihren individuellen Vorlieben zu befüllen, beispielsweise beginnend bei Festgeld. Denn dann besitzen Sie schon einmal eine sichere Basis für Ihren Alltag. Und hier sind die ersten Fragen, die sich im Verlauf Ihres Lebens vielleicht stellen: Besitzen Sie eine größere Einmalanlage, zum Beispiel durch eine Erbschaft? Wenn ja, was machen Sie dann damit? Und/oder wollen Sie monatlich einen Betrag aus Ihrem laufenden Einkommen in Form eines Sparplans anlegen? Wieviel können Sie dann noch entbehren? Und in was soll das Geld dann angelegt werden? 14 Bei der Anlage von weiterem Geld verteilt eine Diversifikation auf verschiedenen Ebenen das Risiko. Sie können beispielsweise anhand der Investmentart streuen. Verschiedene Investmentarten werden in einem separaten Video zur Pyramide der Risikoklassen vorgestellt. Aufbauend auf den bisher vorgestellten Anlagen bieten die anderen Investmentarten meist eine höhere Rendite, jedoch auch bei einem höheren Risiko. Verschiedene Investmentarten sind Aktien, Anleihen, Devisen, Rohstoffe, Gold, Derivate und andere. Eine andere Art der Streuung erfolgt über verschiedene Sektoren. Dies können Banken sein, die Automobilbranche, Pharma, Telekommunikation und andere. Die verschiedenen Sektoren kann man nun durch verschiedene Investmentarten abbilden. So kann man Bankaktien kaufen, Autoaktien, Fremdwährungsanleihen, Indexzertifikate, Immobilienfonds und andere. Und die verschiedenen Arten der Investments kann man nun noch anhand des Anlagehorizonts streuen. So kann man sehr kurzfristig, kurzfristig, mittelfristig oder langfristig bis hin zu mehreren Jahrzehnten anlegen. https://youtu.be/icxG9mL0oNc https://youtu.be/l6MfdmGwAdw In diesem Kapitel schauen wir uns die #Grundlagen der persönlichen #Geldanlage an. Dabei wird das #Girokonto mit #Dispokredit anhand von zwei konkreten Beispielen, #Tagesgeldkonto und #Festgeldkonto vorgestellt. In dem Zusammenhang wird eine grundlegende #Anlagestrategie beschrieben. Das Video endet mit einem Ausblick auf weitere #Investmentarten zur #Diversifikation.